Philosophie

480 n. Chr. verließ er sein Land (Indien) und fuhr mit dem Schiff nach China, überquerte den Himalaya in die nördlichen Provinzen, wanderte zuerst nach Südchina und dann an den Kaiserhof der Liang-Dynastie. Anschließend ließ er sich 523 n. Chr. wieder im Norden in der Provinz Henan nieder. Hier befand sich auch das heute sagenumwobene Shaolin-Kloster, in dem er der Legende nach eine vom Mahayana-Buddhismus abgeleitete Philosophie der Selbstbetrachtung lehrte, den Chan-Buddhismus (kor. Son, viet.Thien, jap. Zen). Historisch gesehen ist jedoch nichts über die Meditationsart des Bodhidharma bekannt. Bodhidharma und das Shaolin-Kloster [Bearbeiten] Der Legende nach legte er in diesem Kloster die Keimzelle einiger chinesischer Kampfkünste. Das zu jener Zeit daoistisch geprägte Shaolin-Kloster erfuhr die Kombination aus Meditationspraktiken des Chan/Zen und körperertüchtigenden Bewegungen Xǐsuǐjīng (chinesisch 洗髓經) und Yìjīnjīng (chinesisch 易筋經). Aus diesen Bewegungen entstand dann die spätere Shaolin-Kampfkunst sowie die Form Shiba luohan shou (chinesisch 十八羅漢手 ‚Die 18 Hände der Arhats‘). Er lehrte den Kampf im Gegensatz zu seinen Shaolin-Nachfolgern allerdings nur als eine ergänzende Disziplin zum Erreichen der Erleuchtung (jap. satori; chinesisch 悟 wù; skt. bodhi). Bodhidharma und der Tee [Bearbeiten] Laut einer Sage habe Bodhidharma die Teepflanze erschaffen. Während er in einer Höhle meditierte, seien ihm die Augen schwer geworden. Um nicht einzuschlafen, habe er sich die Augenlider abgerissen und weggeworfen. An der Stelle, wo diese landeten, sei nun der erste Teestrauch gewachsen, was auch die Form der Blätter erkläre. Nicht historisch belegbare Vita [Bearbeiten] Die obige hagiographische Darstellung der „Biographie“, wie sie innerhalb des Zen heute gegeben wird, habe sich über mehrere Jahrhunderte, wie folgend dargestellt, entwickelt. [2]- Die behaupteten „Fakten“ sind in der Literatur[3] erstmals auffindbar in den Jahren: 547: sagenhafte Ankunft in Luoyang (Wade-Giles: Lo-yang) in der Zeit zwischen 516 und 526; aus Persien im Alter von 150 Jahren. 645: Beschreibung als buddhistischer südindischer Mönch brahmanischer Herkunft. 667: soll das Lankavatara-Sutra an Huike, in anderer Schreibweise Hui-ko, weitergegeben haben. 689: Patriarchenreihe: 2. Huike, 3. Sengcan (Sëng-tsan), 4. Daoxian (Dau-hsin) und 5. Hongren (Hung-jën) ca. 710: assoziiert mit dem Shaolin-Tempel. Der Legende nach schnitt sein Nachfolger Huike seinen Arm ab, um die Ernsthaftigkeit seines Wunsches um Unterweisung durch Bodhidharma unter Beweis zu stellen.. ca. 715: beschrieben als dritter Sohn eines südindischen Brahmanenkönigs. Identifiziert als zweiter Patriarch nach Gunabhadra 730: Geschichte des Treffens[4] mit Kaiser Wu von Liang. Soll die Lehre schließlich an Huike übertragen haben. 758: oder kurz danach erstmals als „erster Patriarch“ bezeichnet. Weitergabe des Diamant-Sutras an Huike. 801: Rezitation des Weitergabe-Verses am Sterbelager. 952: Dialog mit Huike über die „Beruhigung des Geistes“. 988: soll mit Blick auf die Wand meditierend gesessen haben. ca. 1200: Reliquien aus dem verbrannten Körper werden von der Daruma-shū in Japan verehrt. 1224: neun Jahre mit Blick auf die Wand meditierend. Gregor Rinko Stehle Buddha Zen Zazen buddhistfinearts kunst plastik ton rot Der Tod Siddharthas war früher ein chronologischer Orientierungspunkt für die indische Geschichte. Als Beginn der buddhistischen Zeitrechnung spielte er eine wichtige Rolle. Die ältesten bekannten Berechnungen wurden auf Sri Lanka vorgenommen. Sie beziehen sich auf Angaben der dortigen, aus dem Zeitraum vom 4. bis zum frühen 6. Jahrhundert n. Chr. stammenden Chroniken Dipavamsa und Mahavamsa. Dabei kam man auf ein Todesjahr, das nach westlicher Zeitrechnung 544 oder 543 v. Chr. entspricht. Ausgangspunkt der Berechnung war die Überlieferung, der zufolge zwischen dem Tod des Buddha und dem Herrschaftsantritt des Königs Chandragupta Maurya 168 Jahre und zwischen dem Tod des Buddha und der Herrscherweihe des Königs Ashoka 218 Jahre liegen. Dieser Ansatz ist in der Forschung als „unkorrigierte lange Chronologie“ oder „südliche buddhistische Chronologie“ bekannt. Er ist traditionell bei den Theravada-Buddhisten Südostasiens verbreitet. Daneben gab es auch Datierungen in wesentlich frühere Zeiträume. Im frühen 19. Jahrhundert übernahm die europäische Forschung den Ansatz der „unkorrigierten langen Chronologie“, da er der späteste in den Quellen überlieferte und damit der glaubwürdigste war. Schon 1837 bezweifelte jedoch George Turnour, der Herausgeber des Mahavamsa, die „unkorrigierte lange Chronologie“. Er akzeptierte die überlieferten Angaben über die zeitlichen Abstände zwischen dem Tod des Buddha und den Herrschaftantritten der beiden Könige, setzte die Letzteren aber etwa sechzig Jahre später an. Daraus ergab sich eine neue Chronologie, die in der Forschung als „korrigierte lange Chronologie“ bezeichnet wird. Ihr zufolge fällt der Tod des Buddha in den Zeitraum zwischen 486 und 477 v. Chr. Dieser Ansatz blieb bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa maßgeblich. In Asien hielten die weitaus meisten Buddhisten an der traditionellen „unkorrigierten“ Datierung 544/543 v. Chr. fest; daher wurde im Jahr 1956 der 2500. Jahrestag des mutmaßlichen Todes festlich begangen. Auf der Basis der „korrigierten langen Chronologie“ wurde als Todesjahr 483 v. Chr. errechnet, als Geburtsjahr 563 v. Chr. Diese Datierung fand bei gebildeten Buddhisten Anklang, konnte sich aber nicht gegen die traditionelle „unkorrigierte“ durchsetzen. Die neuere Forschung hat die „korrigierte lange Chronologie“ aufgegeben; sie wird nur noch vereinzelt vertreten. Gegenwärtig werden unterschiedliche Datierungen diskutiert, alle um Jahrzehnte später als der Zeitrahmen der „korrigierten langen Chronologie“. Oft wird die Lebenszeit des Buddha nach dieser „kurzen Chronologie“ rund ein Jahrhundert später angesetzt als nach der „korrigierten langen Chronologie“. Die gegenwärtig vorherrschenden Datierungsansätze für den Tod schwanken zwischen ca. 420 und ca. 368 v. Chr.[1] Namen [Bearbeiten] Siddhartha, der ursprüngliche Name, den er von seinen Eltern erhielt, bedeutet „der sein/das Ziel erreicht hat“ oder „der erfüllte Wunsch“.[2] Siddhartha Gautama ist die Sanskrit-Form des Namens. In Pali, der Sprache der ältesten überlieferten Texte des Buddhismus, lautet er Siddhattha Gotama. Gotama bzw. Gautama bedeutet „Anführer der Herde“ oder auch „größter Stier“, er war aber auch vergleichbar mit unseren Familiennamen – seine Zugehörigkeit zur Gotama-Sippe (Sanskrit: Gautama gotra; Pali: Gotama gotta; Gotra), deren Angehörige alle so angeredet werden konnten.[3] Neben der Bezeichnung als Buddha – der „Erwachte“ – wurden Siddhartha Gautama auch andere Ehrennamen verliehen, darunter Tathagata (Sanskrit, तथागत, tathāgata, „der So-Dahingelangte“) und Shakyamuni (Sanskrit, शाक्यमुनि, śākyamuni, „der Weise [aus dem Volk] der Shakya“). Leben [Bearbeiten] Berichte über das Leben Siddhartha Gautamas wurden erst nach seinem Tod von den Mitgliedern der Sangha, der Gemeinschaft der Dharma-Praktizierenden, gesammelt und über lange Zeit ausschließlich mündlich weitergegeben. Die traditionelle Darstellung des Lebens des Buddha lässt sich wie folgt zusammenfassen: Gemäß der Überlieferung entstammte Siddhartha einem Adelsgeschlecht des nordindischen Volks der Shakya. Seine Eltern, König Shuddhodana und dessen Gemahlin Mahamaya, gehörten einer Kshatriya-Kaste an und regierten in der Hauptstadt Kapilavastu (heute in Nepal gelegen). Vor seiner Geburt soll Siddhartha seiner Mutter in einer Vision in Gestalt eines weißen Elefanten erschienen sein. Geboren wurde er in einer Vollmondnacht in Lumbini. An diesem Tag wird heute noch in vielen buddhistischen Ländern das Vesakh-Fest begangen, der höchste buddhistische Feiertag, an dem seiner Geburt, seines Erwachens und seines Eingangs in das Parinirvana gedacht wird. Während seiner Geburt verkündete gemäß der Legende der Seher Asita, dass dieses Kind einmal ein großer König oder ein großer heiliger Mann werden würde. Daraufhin ließ Shuddhodana seinen Sohn, den er zu einem König machen wollte, weder religiös unterweisen, noch ließ er zu, dass Siddhartha menschliches Leid zu Gesicht bekommen sollte. Schon als Kind zeigte Siddhartha außergewöhnliche Begabungen und Klugheit. Im Alter von 16 Jahren wurde er mit der Prinzessin Yasodhara vermählt. Sie lebten in einem Palast, wo ihnen alles, was zum Wohlleben gehörte, zur Verfügung stand und den er kaum verließ. Dennoch war er unzufrieden und unausgefüllt. Mit 29 Jahren, bald nach der Geburt seines einzigen Sohnes Rahula, verließ er das vermeintlich sorglose Leben in dem Palast und unternahm Wanderungen durch die Umgebung. Dabei sah er sich erstmals der Realität des Lebens und dem Leiden der Menschheit gegenübergestellt. Die Legende berichtet von Begegnungen mit einem verkrüppelten Greis, einem Fieberkranken, einem verwesenden Leichnam und schließlich einem Asketen („Vier Zeichen“). Er erkannte, dass diese Realitäten – Altern, Krankheit, Tod und Schmerz – untrennbar mit dem Leben verbunden sind, dass auch Wohlstand und Reichtum dagegen keinen Bestand haben, und beschloss, nach einem Weg aus dem allgemeinen Leid zu suchen. So verließ er seine Frau Yasodhara, den Palast und das Reich seiner Eltern und begann das Leben eines Asketen zu führen. Er erlernte die yogische Praxis und Meditation als Schüler zweier angesehener brahmanischer Eremiten, Alara Kalama und Uddaka Ramaputta. Zunächst wandte er sich der in Indien zu jener Zeit verbreiteten Schmerz-Askese zu. Sechs Jahre verbrachte er so im Tal des Ganges, doch er fand weder innere Ruhe noch die ersehnten Antworten. Dem Hungertod nahe erkannte er, dass auch dies nicht der Weg zur Befreiung sein könne. So gab er die überlieferten Religionen und ihre Methoden auf und widmete sich auf der Suche nach seinem eigenen Weg von diesem Zeitpunkt an der Meditation, das besitzlose Leben eines Bettelmönchs führend, aber nicht länger in strenger Askese. Viele Jahre später, als Siddhartha zum Buddha geworden war, trat seine frühere Frau Yasodhara gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter Pajapati, der Ziehmutter Siddharthas, als Nonne in den Orden des Buddha ein und wurde schließlich zur Arhat. Im Alter von 35 Jahren saß er in einer Vollmondnacht in tiefster Versenkung unter einer Pappelfeige (heute, in Erinnerung an das Erwachen des Buddhas, als Bodhi-Baum bekannt), als er Bodhi („Erwachen“, oft ungenau mit „Erleuchtung“ übersetzt) erlangte. Hass, Begierde und Unwissenheit fielen von ihm ab. Er wurde zum „Buddha“, zum Erwachten. Nach seinem Erwachen hielt Gautama im Wildpark bei Isipatana (dem heutigen Sarnath) nahe Benares vor einer Gruppe von fünf Asketen, seinen früheren Gefährten, seine erste Lehrrede. Diese fünf wurden damit die ersten Mitglieder der buddhistischen (Mönchs-)Gemeinschaft (Sangha). Von jenem Tage an lehrte er 45 Jahre lang im Nordosten Indiens diesen „mittleren Pfad“, zwischen Luxus und Askese, den achtfachen Pfad von Tugend, Meditation und Weisheit, der zum Erwachen führen würde. Dabei sprach er vor Menschen aller Gesellschaftsschichten, vor Königen und Bauern, Brahmanen und Ausgestoßenen, Geldverleihern und Bettlern, Heiligen und Räubern. Die Unterscheidungen der Kastenordnungen oder die Verschiedenheiten der sozialen Gruppierungen erkannte er nicht an. Der Weg, den er lehrte, stand allen Männern und Frauen offen, die bereit waren, ihn zu verstehen und zu gehen. Sterben [Bearbeiten] Von seinem Tod berichtet das Mahāparinibbāna Sutta, (DN 16), das „Große Sutra vom Pari-Nirvana“: 80-jährig bricht der Buddha zu seiner letzten Reise auf. Er wird begleitet von Anhängern, die seinen Lehrreden lauschen. Eine (wahrscheinlich legendäre) Geschichte erzählt, wie er kurze Zeit vor seinem Ableben auf dem Geierberg vor den versammelten Mönchen eine Lotosblume schweigend in der Hand dreht. Alle Mönche sind ratlos, bis auf Mahakashyapa, welcher darüber lächelt und damit die Qualität seiner inneren Wesensschau zum Ausdruck bringt. Daraufhin erklärt Buddha, all seine Weisheit und sein Geist seien nun auf Mahakasyapa übergegangen. Damit wird das Rad (Dharma) der Buddha-Lehre in Bewegung gesetzt und Mahakasyapa ist der erste einer Folge von buddhistischen Patriarchen. Diese Geschichte ist der Gründungsmythos des Zen-Buddhismus. Buddhas letzte Worte [Bearbeiten] In einem Wald bei Kushinagar, einem kleinen, unbedeutenden Städtchen, stirbt er (in einigen Überlieferungen nach der Kost einer verdorbenen Pilzsuppe) und geht in das Pari-Nirvana (das endgültige Nirvana) ein. Seine letzten Worte waren laut den Anwesenden[4]: „Wohlan denn, ihr Mönche, lasst euch gesagt sein: schwinden muss jede Erscheinung, unermüdlich mögt ihr da kämpfen.“ Erscheinungen werden in anderen Übersetzungen[5] auch als „zusammengesetzte Dinge“ wiedergegeben. Kurz zuvor soll Buddha zu seinem Bruder und persönlichem Assistenten Ananda gesagt haben[6]: „Hab ich denn das, Anando, nicht vorher schon verkündet, dass eben alles, was einem lieb und angenehm ist, verschieden werden, aus werden, anders werden muss? Woher könnte das hier, Anando, erlangt werden, das was geboren, geworden, zusammengesetzt, dem Verfall unterworfen ist, da doch nicht verfallen sollte: das gibt es nicht.“Es ist mein Anliegen, in einer zeitgemäßen Formensprache die zeitlose Erfahrung meditativer Praxis authentisch darzustellen. Zen-Kunst lebt von intuitiver, spontaner Formfindung und einem ichlosen, kraftvollen Ausdruck.

Eine Buddhafigur ist weder eine Ikone noch eine ”heilige” Figur, sondern immer eine wohlwollende Erinnerung an unsere eigene Verwirklichung, an unsere lebendige körperliche und sanfte geistige Haltung.

Um letztendlich den gewünschten geistigen Ausdruck in einer Figur verkörpern zu können, bedarf es nicht nur einer intensiven Vertiefung der künstlerischen Gestaltungskraft und technischen Fingerfertigkeit, sondern immer parallel dazu lange Zeiten der Meditation, denen ich mich in meiner täglichen Zen-Praxis und auf Sesshins (lange Meditations-Retreats) widme.